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20|Mrz Was wir über Skilehrer schon immer wissen wollten

Lieben Dank an Leander (Leo) Dagn der sich Zeit genommen hat meiner Kollegin Viktoria Veider aus dem Skilehrer Leben zu erzählen. Viktoria hat alles ganz genau aufgeschrieben. Wir möchten unseren Lesern diese Zeilen natürlich nicht vorenthalten, viel Spaß beim Lesen!  

Flotter Skilehrer!

Schwünge in den Schnee zaubern……

Nicht erst seit der Piefke-Saga umranken den Beruf des Skilehrers zahllose Mythen und Legenden. Jeder kennt sie und bestaunt sie von der Ferne, wie sie ihre Schwünge in den Schnee zaubern. Sowohl auf der Piste als auch beim Après Ski, der absolute Blickfang und Traum einer jeden Skiurlauberin (und politisch korrekt: auch jedes Skiurlaubers).

Hoch hinaus geht’s mit den Skilehrern!

Ganz genau, Skilehrerleben…..

Doch wie schaut eigentlich so ein typisches Skilehrerleben aus und was verbirgt sich hinter den „Ski-Göttern“ in rot/blau? Ich machte mich auf die Suche nach einem typischen Vertreter seines Berufsstandes. Leander (Leo) Dagn, staatlich geprüfter Skilehrer, Skiführer, Tandempilot und staatlich geprüfter Rafting-Guide arbeitet seit 6 Jahren in Kitzbühel und reiht sich somit in die typischen Vorstellungen von einem Tiroler Skilehrer ein.

Hier ist der Berufswunsch eindeutig – Skilehrer!

Leander bzw. Leo wie ihn jeder nennt (laut ihm ist man im Unterland ab 700 Metern Seehöhe immer per du), wie wird man eigentlich Skilehrer?

Die besten Voraussetzungen hat man natürlich, wenn man von klein auf Ski fährt. Bereits im Alter von 2 Jahren haben mir mein Vater (Ex-Skirennläufer) und mein Onkel (ebenfalls staatlich geprüfter Skilehrer) bereits das Skifahren beigebracht. Das erste Mal als Skilehrer gearbeitet habe ich dann während meiner Schul- und Studienzeit. Man ist an der frischen Luft, die Ferien decken sich perfekt mit der Hauptsaison und man verdient noch etwas dazu – der perfekte Ferienjob. In meinem Freundeskreis gibt es zudem viele passionierte Skifahrer davon auch etliche Rennläufer und begeisterte Skilehrer. Wir haben uns immer gegenseitig gepusht, so haben wir Ausbildung um Ausbildung absolviert und irgendwann erreichst du die höchste Qualifikationen und möchtest natürlich den Traumjob als Skilehrer ausüben.

Früh übt sich wer ein guter Skilehrer werden will….

Welche Ausbildung ist dafür notwendig?

Grundsätzlich teilt sich die Ausbildung in 4 große Abschnitte. Damit verbunden sind unterschiedliche Rechte und Verpflichtungen. Der erste, die sogenannte Anwärterausbildung dauert 10 Tage und stellt die Basis für den Beruf des Skilehrers dar.

Der zweite Block, die sogenannte Landesskilehrerausbildung, beinhaltet drei Teile und dauert in Summe ca. 5 Wochen (inklusive Aufnahmeprüfung). Nach dieser Ausbildung ist man berechtigt, mit seinen Gästen auch Geländefahrten im Nahbereich der Liftanlagen durchzuführen. Die Königsklasse ist dann die staatliche Skilehrerausbildung mit ca. 80 Lehrtagen. Wer sich dann noch mehr im Offpist-Gelände aufhalten und auch Skitouren mit seinen Gästen machen will, bewirbt sich für die sogenannte Skiführerausbildung.   

Gehört auch zur Ausbildung dazu.

 

 

Was macht der Skilehrer im Sommer?

Das ist ganz unterschiedlich. Viele Kollegen wechseln auf die südliche Erdhalbkugel und gehen weiter dem Beruf des Skilehrers nach, andere haben klassische Handwerksberufe oder einen landwirtschaftlichen Betrieb. Ich persönlich freue mich zur Abwechslung auch auf ein paar warme Tage und bleibe im schönen Bezirk Kitzbühel. Die Elemente Luft und Wasser begleiten mich dabei auch in meinen Sommer-Jobs als Paragleit-Tandempilot im eigenen Unternehmen und als Rafting Guide. Ich bin also quasi ein „Vollbluttouristiker“. Ich liebe es, das ganze Jahr über in direktem Kontakt mit Gästen zu stehen.

Leo ist auch im Sommer sportlich unterwegs.

Wenn wir mal ganz stereotyp bleiben – welche Ausgehtipps hast du für uns in Kitzbühel?

Das angenehme an Kitzbühel ist, dass es sich, nicht wie andere Skidestinationen beim Après Ski auf nur eine Zielgruppe festlegt. Es ist eigentlich für jeden etwas dabei und daher wird es auch nie langweilig. Vom gemütlichen Irish Pub über High Society Treffs bis zum Club findet man in Kitzbühel eigentlich alles. Am besten einfach den Skilehrer mitnehmen, dann zeigt er den Gästen die besten „Shot-Spots“.

Zünftig……..

Darf ein Skilehrer mit seiner Arbeitskleidung überhaupt zum Après Ski?

Gegen einen Einkehrschwung nach dem Unterricht in Uniform ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Abends oder zu späterer Stunde sollte man die Skilehrerbekleidung jedoch nicht tragen. Man sollte sich auch immer bewusst sein, dass man sowohl die Skischule, als auch den gesamten Berufsstand repräsentiert und sich deshalb angemessen zu verhalten hat.

Hansi Hinterseer und die Skilehrer der Roten Teufel.

Gibt es innerhalb der Skischule Trainingsstunden die man besuchen muss?

In unserer Skischule (Anm. Rote Teufel), findet zweimal wöchentlich ein Skilehrer Training für alle statt (Start 08:00 Hahnenkammbahn). Größtenteils auf der Streif werden das Eigenkönnen und die unterrichtsrelevanten Themen wiederholt und geschult. Für die Skilehrer ist es eine tolle Chance, in aller früh als erste die Streif zu bewältigen. Zusätzlich finden regelmäßige Pflichtfortbildungen, abhängig vom Ausbildungsniveau des jeweiligen Skilehrers statt.

Übung macht den Meister!

Was macht es besonders, Skilehrer in Kitzbühel zu sein?

Auf jeden Fall das Skigebiet – nicht ohne Grund 3 Mal in Folge als World’s Best Ski Resort ausgezeichnet. Man merkt das kontinuierliche Streben nach Exzellenz (top präparierte Pisten und hochmoderne Liftanlagen machen das Leben für den Skilehrer eindeutig angenehmer, auch wenn der etwas gemütlichere Bichlalmlift genauso Attraktivität besitzt). Die ausgezeichneten Offpist Möglichkeiten sind in Kitzbühel ebenso ein absolutes Highlight. Auch bei relativ wenig Schnee kann aufgrund der vielen Wiesenhänge sehr früh ins Gelände gefahren werden. Das schätzen die Gäste ganz besonders. Für Nicht-Ortskundige ist die Orientierung im Freeride-Gebiet oftmals schwieriger als in anderen Skigebieten, da viele Abfahrten im Wald enden. Das stellt allerdings einen großen Vorteil für die ortsansässigen und ortskundigen Gelände-Guides dar.

Mit Sicherheit viel Spaß!

 

Unsere Gäste fahren besonders gut Ski……

Auch das Können unserer Gäste muss hervorgehoben werden – das skifahrerische Niveau ist im Vergleich zu anderen Skigebieten sehr hoch, das macht es auch für uns Skilehrer sehr attraktiv aber auch fordernd – da haben auch wir am Abend hin und wieder müde Beine. 

Wir wünschen Leo weiterhin stets „GUTE FAHRT“ im Winter! 

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