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25|Nov Schnee von gestern – unglaublich aber wahr!

Die ERSTEN am Berg! Auch 2016 startet die Bergbahn  Kitzbühel bereits im Oktober in die Skisaison 2016/17. Am 22. Oktober geht’s los am Resterkogel/Pass Thurn. Wie das geht?

Ohne Schneefall und ohne ein Gletscherskigebiet zu sein? Man hat ganz einfach wieder den Schnee vom letzten Winter ausgepackt und auf der Skipiste verteilt.  Wie gut man auf dem „Schnee von gestern“ Ski fährt und wie man den Schneehaufen vor dem Schmelzen schützen konnte, könnt ihr in diesem Blogartikel nachlesen.

Schneedepot im Sommer
So sieht das Schneedepot im Sommer aus

 

Alter Schnee – neue Skisaison

In den Sommermonaten sah man schon von weitem den eingepackten Schnee von gestern liegen. Wie kam es zu dem mysteriösen Schneehaufen am Resterkogel?

Ich durfte mir selbst ein Bild vom Schneedepot der letzten Wintersaison machen. Dazu habe ich den Betriebsleiter der Resterhöhe, Andreas Hochwimmer, getroffen. Er erzählte mir alles über den alten Schnee mit dem die neue Skisaison eröffnet wurde.  

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Man ist gespannt – der Schnee wird ausgepackt

Unglaublich, aber wahr!

Andreas erzählte mir wie die Verantwortlichen auf die Idee mit dem alten Schnee gekommen sind. „Wir wollten so früh wie möglich in die Skisaison zu starten, ohne ein Gletscherskigebiet zu sein. In einem Pilotprojekt wollten wir testen, ob es möglich ist, die ersten am Berg mit Schneegarantie zu sein.“ berichtet Andreas nicht ganz ohne Stolz. In einigen Gletscherskigebieten wird der Altschnee bereits wiederverwendet, hier machte man sich schlau und erkundigte sich über die Methodik. Nachdem die Lifte auf der Resterhöhe im Frühjahr schlossen, wurden unglaubliche  25.000 Kubikmeter Schnee von den Pistenraupen zusammengeschoben. 

Pistenrauben im Einsatz
Pistenrauben im Einsatz

 

Regen ist der schlimmste Feind vom Schnee

Um diesen Schneehaufen zu konservieren waren einige Arbeitsschritte notwendig. Zuerst wurde der Schnee isoliert und mit zehn Zentimeter starken Isolierplatten – so wie sie auch bei Wohnhäusern verwendet werden – abgedichtet. Darüber legte man eine Silofolie, wie sie auch unsere Bauern für die Silobälle  verwenden. Zum Schluss wurde ein Vlies mit Klettverschluss über den Schneehaufen gelegt. Dieses Vlies ist besonders wichtig, denn es bricht die UV Strahlen und ist absolut wasserundurchlässig.

Andreas erklärt mir,  dass der Regen der schlimmste Feind des Schnees ist. Darum war es wichtig, das Schneedepot luftdicht zu verpacken.

Der Schnee wird verpackt
Der Schnee wird verpackt

 

Der Resterkogel liegt auf der Nordseite auf 1900 m, der Wind ist hier also kein Problem. Somit ein idealer Platz für den Schnee während der Sommermonate. 

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Unglaublich wie viel 25.000 Kubikmeter Schnee sind!

Ideale Verpackung

Für die Verpackung vom Schneedepot waren ca. 20 Mann 3 Tage lang beschäftigt. Mir großer Begeisterung für dieses Pilotprojekt waren zum Teil auch freiwillige Helfer mit dabei. Schnee verpacken – man könnte fast sagen, Recycling Snow! Wichtig ist es auch zu berichten, dass das heuer verwendete Isoliermaterial auch in den kommenden Jahren verwendet werden kann.  

Der Schnee fast fertig verpackt
Der Schnee fast fertig verpackt

 

Unglaublich, nur ganz wenig geschmolzen

Wenn ich Andreas so begeistert zuhöre, klingt es wirklich unglaublich. Mich freut es um so mehr darüber berichten zu dürfen, weil die Begeisterung im ganzen Team spürbar ist. Der Wasseraustritt wurde regelmäßig kontrolliert. Stolz berichtet Andreas, dass nur 20% vom Schneedepot geschmolzen sind.

Tolle Schneequalität am Resterkogel
Tolle Schneequalität am Resterkogel

Perfekter Start in den Winter….

Noch ein paar Höhenmeter bergauf zeigt mir Andreas wie seine Kollegen mit den Pistenraupen den Resterkogel-Hang nun für den Winterstart mit Schnee auffüllen. Bis zu 60 cm Schneeauflage gibt es seit dem 20.10. 2016. Der Österreichische Skiverband und viele andere Teams nutzen die tollen Schneebedingungen am Resterkogel für wichtige Trainingstage.  Ab 26.10. wird auf der Resterhöhe durchgehend Ski gefahren.  

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Hier kommt Winterfeeling auf!

 

Zusätzlich versorgen 400 Lanzen das Skigebiet Resterhöhe.
Zuständig dafür sind die beiden „Beschneier“ die uns am Hang entgegenkommen und sich über die perfekte Schneeauflage freuen.  

Viel Freude auf unseren Skipisten!

Ist schon bemerkenswert, vor ein paar Jahren hätte sich das keiner vorstellen können: Einfach den restlichen Schnee einpacken und im nächsten Winter wieder auspacken. Es war wirklich spannend das selbst zu sehen. Allen begeisterten Skifahrern wünsche ich eine unfallfreie Skisaison und viel Spaß im Skigebiet!

Herrlicher Blick in die Berge!
Herrlicher Blick in die Berge!

 

 

27 Kommentare zu “Schnee von gestern – unglaublich aber wahr!”

Super Interessant!
Frage: Wird unter den Schnee auch eine Isolierung gelegt und wäre es nicht sinnvoller mit einer natürlichen Dämmung zu arbeiten? Wobei da sicherlich die Haltbarkeit und die Wiederverwendung ein Thema sein wird. Allerdings das Schlagwort Nachhaltigkeit wiederum einen positiven Punkt in die angespannte Lage gegenüber dem Natur- und Landschaftsschutz bringen würde.
Trotzdem (Y)

Hallo Steffen, lieben Dank für deine Zeilen. Hab deine Frage direkt an die Bergbahn weitergeleitet. Sobald ich die Antwort habe melde ich mich bei dir. Lieben Gruß und ich werden am Freitag am Resterkogel skifahren…..Bericht folgt 😉 Bettina

das nach unten isolieren stelle ich mir vor muss nicht sein, da im winter der Boden eh gefroren ist und dadurch das Depot ja eh schon auf gefrorenem Boden liegt……wenn da dann Schnee drauf liegt wird von unten nicht viel wärme nachkommen….wenn das ganze Zeugs nun aber auf Isloliermatten liegt ist sicher auch die Gefahr vom abrutschen erhöht.

nur zur Info, letztes Jahr taten sie zur selben Zeit ohne Depot auf……
da wurde halt geschneit und der Schnee blieb leider nicht bis zum richtigen Schneefall…….

großes Lob an die Betreiber und den Ideen-Bringern!!

Guten Morgen Hans-Peter, lieben Dank für deine Zeilen. Stimmt eine Isolierung unter dem Schnee war nicht notwendig. Hab gestern nochmal mit dem Betriebsleiter der Resterhöhe telefoniert. Danke für dein Lob, werde morgen die Skipiste selbst testen 🙂 Freu mich schon! Lieben Gruß aus Kitzbühel, Bettina

Hallo Steffen, habe gestern noch mit Andreas, Betriebsleiter Resterhöhe, telefoniert bezüglich deiner Fragen. Die Dämmung (Dämmplatten) sind zu 100% abbaubar und unter dem Schnee war keine Isolierung nötig. Das komplette Isoliermaterial kann die nächsten Jahre weiter verwendet werden. Es war alle Beteiligten wichtig hier nachhaltig zu arbeiten. Lieben Gruß und Danke nochmal für deine Zeilen. Bettina 🙂

Guten Morgen Eric, ganz toll! Dankeschön! Hab den Text gerade gesehen. Kann leider kein Holländisch. Den Link hab ich auch gleich an die Bergbahn Kitzbühel weitergeleitet. 🙂 Freut uns wirklich sehr!! Lieben Gruß aus Kitzbühel, Bettina 🙂

Bettina,wir schreiben viel uber den Kitzbüheleralpen und bestimmt auch uber den Skigebiet von Kitzbühel, Kirchberg, Jochberg, Resterhohe ….

Wir konnen auch im Gesprach gehen uber mehr Werbung 🙂 Wir sind oft in Osterreich auch diesen Wochende….

Ich bin auf email zu erreichen.

Im Skigebiet nassfeld tröpolach machen wir das schon seit 2 Jahren! Funktioniert super!
Wir verdichten es mit der pistenraupe und dann streuen wir 10-20 cm stroh darüber.
Anschließend ziehen wir eine siloplane darüber und sichern diese mit sandsäcke!
(keine alten reifen oder schwarze planen verwenden) sonst schmilzt der schnee umso so schneller!
Fotos gibt es unter http://www.burschenschaft-troepolach.at/index.php?site=fotoalbum&galleryId=gmQLCOm535f609b4cf27

Danke Thomas für deine Zeilen. Leite ich gerne an Andreas Hochwimmer, dem Betriebsleiter der Resterhöhe weiter…..Danke nochmal und eine schöne Woche. Lieben Gurß aus Kitzbühel 🙂

ich hätt ein paar Argumente dafür, ein paar dagegen, weder „pfundig“ noch“ besch..“, sondern höchst interessant, auf welche Ideen manche Leute kommen und wie es dann tatsächlich umgesetzt wird. Dafür allerdings thumbs up

Das mit dem Schneedepot finde ich spitze, wird schon Wasser und Strom gespart.
Ich bin seit 22 Jahren in Kirchberg/Kitzbühl beim Skifahren es ist immer wieder erstaunlich wie schnell die in der Lage sind gute Pisten zu zaubern, sie letztes Weihnachten.
Macht weiter so.
Rudi

Guten Morgen Josef, lieben Dank für dein Interesse. Ich habe die Bergbahn angeschrieben. Letzte Woche war die Belegschaft der Bergbahn bei einem Betriebsausflug, daher noch keine Antwort.
Ich melde mich sobald ich die Antwort habe. Letztes Jahr war es der Hang am Resterkogel der präpariert wurde. So konnten wir am 25.10. bereits Skifahren 🙂 Lieben Gruß Bettina

Hallo Josef, habe soeben die Antwort auf deine Fragen von der Bergbahn Kitzbühel erhalten, also die Skipiste ist 700 Meter lang und 60 Meter breit. Die Schneeauflage beträgt ca. 50 cm.
So kann Ende Oktober wieder in die Wintersaison gestartet werden. Lieben Gruß aus Kitzbühel 🙂 Bettina

Danke für die Information, andere Gebiete verwenden hier Stroh oder Sägemehl für die Isolierung habe ich gelesen.
Warum werden bei Euch Dämmplatten verwendet, gibt es da Vorteile?
Und was sind das für Platten, Stärke usw.?

Danke

Guten Morgen Franz, lieben Dank für deine Zeilen. Diese habe ich bereits an die Bergbahn Kitzbühel weitergeleitet.
Sobald als möglich solltest du Antwort von den Fachleuten bekommen. Bitte dich noch um etwas Geduld. Lieben Gruß Bettina 🙂

Hallo Franz auch diese Zeilen habe ich soeben von der Bergbahn Kitzbühel bekommen: Es wurden 10cm starke Dämmplatten mit Stufenfalz, der benachbarten Firma Steinbacher in Erpfendorf, verwendet!
Diese können am Berg gelagert werden und wiederholt verwendet werden. Eine Verwendung von Hackschnitzel wurde auch angedacht, doch ist dies jedoch im alpinen Gelände, auf einer zu dieser Zeit noch vorhandenen Schneedecke, aus transportlogistischen Gründen nur äußerst schwer durchführbar und würde zudem 2x jährlich zusätzliche Transportfahrten erfordern.
Lieben Gruß aus Kitzbühel und lieben Dank für dein Interesse! Bettina 🙂

Wie kommt die Pistenraupe zum Schneehügel, fährt die durch den Dreck??
Oder fährt die Raupe ohne Ketten auf dem Weg bis zum Schneehügel und dann werden die Ketten montiert??

Hallo Franz, hab hier die Antwort der Bergbahn Kitzbühel bekommen…….Pistenmaschine wird ohne Ketten zum Schneehaufen gezogen und dann werden die Ketten montiert!
Lieben Gruß Bettina

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