Gerhard Eilenberger, Fritz Strobl und Josef Burger beim Ski fahren in Pamporovo © alpinguin
Aus der Kategorie Sport & Freizeit

21|Mrz Kitzbühel in Pamporovo: Tag 3

Alle vier Jahre ruft die Interski Skilehrer aus aller Welt zusammen. Derzeit findet der Kongress im bulgarischen Pamporovo statt. Mit einer rund 30-köpfigen Delegation aus Kitzbühel machten wir uns auf den Weg in den kleinen Wintersportort in den Rhodopen. Nicht nur, um hier den perfekten Schwung zu lernen. Kitzbühel bewirbt sich um die Austragung der nächsten Interski im Jahr 2023. Ein Tagebuch.

Tag 3 – Mittwoch, 20. März 2019

Gerüchten zufolge entwickelte sich der dienstägige Kitzbühel-Abend im Zuge der Bewerbung um die Interski 2023 zu einer feucht-fröhlichen Kitz-Night – und das im fernen Pamporovo. Als fleißige Skifahrer und noch fleißigere Tagebuch-Schreiber können wir das natürlich nicht bestätigen, aber man hörte schon von mancher Seite, dass die Party bis in die frühen Morgenstunden gedauert haben soll. Beim Frühstück war die Stimmung unter vielen Kongress-Teilnehmern eine Mischung aus Überwältigung und Erschöpfung – beides dem Feiern geschuldet. Zufrieden zeigte sich die Kitzbühel-Delegation, die hier um den Zuschlag für den weltgrößten Kongress im Schneesportunterricht wirbt, aber bei weitem nicht siegessicher. Noch immer lässt sich nicht erahnen, wer von den beiden Kandidaten – neben der Gamsstadt ist auch das finnische Levi im Rennen – den Zuschlag bekommen würde.

Weil zum jetzigen Zeitpunkt ohnehin kaum noch Einfluss auf die Wahl genommen werden kann, reiste ein Teil unserer Delegation bereits Mittwochfrüh gen Heimat ab, die verbleibende Hälfte ließ den Tag ruhig angehen. Keine offiziellen Termine standen am Programm, also ging es ab auf die Piste, um das kleine Skigebiet weiter zu erkunden. Auch wenn 18 Pistenkilometer im Vergleich zu Kitzbühels 185 wenig erscheinen, so wird es auf den abwechslungsreichen Hängen nicht langweilig. Unter anderem auch, weil auf fast jeder Piste kleine „Skilehrer-Rudel“ zu beobachten sind, die im Rahmen von praktischen Workshops der Interski neue Unterrichtsmethoden, Hilfsmittel und Techniken präsentiert bekommen.

Workshops im Schnee gibt es vormittags für alle Interski-Teilnehmer © alpinguin
Workshops im Schnee gibt es vormittags für alle Interski-Teilnehmer © alpinguin

 

Ski fahren auf Bulgarisch

Natürlich gibt es auch hier moderne 4er- und sogar einen 6er-Sessellift mit Wetterschutzhaube, aber es wäre wohl nicht Pamporovo, wenn nicht auch im Skigebiet hie und da etwas Ostblock-Charme zu sehen ist. Da gibt es zum Beispiel einen Schlepplift, bei dem es auch ohne Menschenschlange zu längeren Wartezeiten kommen kann. Nicht etwa, weil der Liftbedienstete gerade seine Zigarette genießt, den Hund füttert oder in ein Pläuschchen verwickelt ist, sondern weil schlicht und einfach nicht an jeder Spule ein Bügel montiert ist. Klassische Ausstiegsstationen mit einer Bergstation und einem Mitarbeiter sind ebenso nicht der bulgarische Stil. Ab und zu ein kleiner Scherz schon eher, denn am Ausstieg angekommen, zeigte der Orientierungspfeil weniger Richtung Piste als direkt in den Wald.

So ein kleiner Intelligenztest ist aber nichts, was uns trotz mangelnder Ortskenntnis den Skitag erschweren konnte. Und so ging es zum nächsten Abenteuer aus längst vergangenen Zeiten: Eine Fahrt mit einem quietschbunten 1er-Sessellift, der vermutlich in den 1960er Jahren seinen Herstellungsort verlassen hat. Ganz generell setzt Pamporovo auf Farben: Mit blau-rot-gelben Schleppern und gelb-roten Sesselliften ein wunderbarer Kontrast zur Landschaft und ein ideales Fotomotiv. Ein ebensolches ist das Wahrzeichen der Gegend: Der Snezhanka Tower, ein begehbarer 156 Meter hoher Fernsehturm mit Panorama-Restaurant und Aussichtsplattform, die auch mit Skischuhen bequem im Lift zu erreichen ist.

Das Rennen bleibt knapp

Auch wenn es verlockend ausgesehen hat, dem kulinarischen Angebot im Tower haben wir doch die zünftige Jause im „Kitzbühel-House“ vorgezogen. Und auf diese Idee kamen – wie schon tags zuvor – nicht nur wir. Punkt 12.30 Uhr stellten sich gefühlt alle rund 1500 Kongressteilnehmer beinah in Reih und Glied am „Kitzbühel-House“ an und harrten der Ausgabe von Tiroler Köstlichkeiten. Immer wiederkehrendes Gesprächsthema beim Mittagessen waren freilich die Präsentationen der beiden Bewerber für die Interski 2023. Sowohl für Kitzbühel, als auch für Levi sprechen viele Gründe und obwohl wir den ganzen Tag von Insidern umgeben waren, trafen wir niemanden, der einen Favoriten nennen konnte oder wollte.

Auch bei der zweiten Ski-Show am Abend war immer noch nicht abzuschätzen, wer schließlich das Rennen machen wird. Und während draußen am Hang unter Flutlicht die besten Skilehrer der Welt mit ihren Formationen perfekte Schwünge in den Schnee zogen, wurde die Stimmung der Delegation im „Kitzbühel-House“ trotz beschwingter Musik des Tyrol Music Projects nachdenklicher. Denn so wenige Stunden vor der Entscheidung über die Vergabe der Interski 2023 liegt der Ball nun endgültig nur mehr in der Hand von 35 Stimmberechtigten, ehe es am Donnerstagabend heißen wird: „And the Interski 2023 goes to …“

Das Tyrol Music Project sorgt im "Kitzbühel-House" für Stimmung © alpinguin
Das Tyrol Music Project sorgt im „Kitzbühel-House“ für Stimmung © alpinguin

 

Unsere Erlebnisse vom Ankunftstag lest ihr hier, wie Tag 2 ausgesehen hat, gibt es hier zum Nachlesen.

 

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