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20|Mrz Kitzbühel in Pamporovo: Tag 2

Alle vier Jahre ruft die Interski Skilehrer aus aller Welt zusammen. Derzeit findet der Kongress im bulgarischen Pamporovo statt. Mit einer rund 30-köpfigen Delegation aus Kitzbühel machten wir uns auf den Weg in den kleinen Wintersportort in den Rhodopen. Nicht nur, um hier den perfekten Schwung zu lernen. Kitzbühel bewirbt sich um die Austragung der nächsten Interski im Jahr 2023. Ein Tagebuch.

Tag 2 – Dienstag, 19. März 2019

Liebe Leser, wir müssen uns bei euch entschuldigen. Wir saßen einem großen Irrtum auf. Die Interski als Olympische Spiele des Skischulwesens zu bezeichnen, ist schlichtweg nicht richtig. Vielmehr handle es sich um den „weltweit größten Kongress im Schneesportunterricht“, wie wir heute von Interski-Austria-Präsident Sepp Redl erfahren haben. Wettbewerbe der Skilehrer sind hier also keine zu erwarten. Und wir müssen zugeben: Das Fehlen eines Rankings der Teams bei der Demo-Show am Montagabend war eigentlich schon ein erstes Indiz.

Aber auch ganz ohne kompetitiven Charakter war unser erster ganzer Interski-Tag im bulgarischen Pamporovo alles andere als langweilig. Der frühe Vogel mag vielleicht den Wurm fangen, der frühe Skilehrer – oder Skifahrer in unserem Fall – bekommt aber die feinen Pisten. So hieß es früh frühstücken und ab ins Skigebiet. Dass die gut drei Kilometer von unserem Hotel zum Sessellift vom Interski-Shuttle mit einer Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h zurückgelegt wurden, machte uns in Sachen „früher Vogel“ einen kleinen Strich durch die Rechnung. Zur Verteidigung des Bus-Fahrers wollen wir aber vorbringen, dass er vermutlich das aufleuchtende Werkstatt-Symbol im Armaturenbrett nicht weiter herausfordern wollte.

Das Wahrzeichen von Pamporovo: Der Sendemast © alpinguin
Das Wahrzeichen von Pamporovo: Der Sendemast © alpinguin

 

Ab auf die Piste

Der Bus hielt durch, die Ski waren schnell organisiert – vielen Dank an Kitzbühel-Partner Atomic, der die gesamte Delegation aus der Gamsstadt mit Leihski versorgt – und schon stand uns das Skigebiet offen. So warm es in den letzten Tagen auch gewesen ist, dem Schnee war es nicht anzumerken. Auf aufgefirnten, breiten und abwechslungsreichen Pisten ging es flott über Pamporovos Hänge, immer wieder an kleinen Skilehrer-Gruppen vorbei, die direkt auf dem Hang die neuesten Techniken oder Didaktiken präsentiert bekommen – als praktischen Teil der Interski. Auch wenn wir gute Skifahrer sind: Zwischen den vielen Profis hat man das Gefühl, dass man selbst mal wieder Nachhilfe nötig hat.

Perfekte Stimmung beim "kitzbühel-House" © alpinguin
Perfekte Stimmung beim „Kitzbühel-House“ © alpinguin

 

Trost und aufmunternde Worte fanden wir beim Mittagessen im „Kitzbühel-House“, wo sich bei einer ausgiebigen Brettljause, Kaspressknödelsuppe und Kaiserschmarren nicht nur die Delegierten trafen. Unzählige Teilnehmer der Interski – gefühlt alle – folgten der Einladung Kitzbühels zur Tiroler Stärkung, nur echt mit der passenden Musi. Beim mitreißenden Sound des Tyrol Music Projects verging die Wartezeit am Buffet wie im Flug. Ob aus den USA, Österreich, Andorra, Neuseeland, Japan oder Polen: Die Stimmung unter den Skilehrern hätte kaum besser sein können. Mag es am ausgeglichenen Gemüt der Teilnehmer liegen oder am guten Essen, von Konkurrenzdenken war nichts zu spüren, vielmehr ist die Interski eine große Familie mit einer gemeinsamen Passion: das Skifahren.

Im "Kitzbühel-House" kümmerte sich Kitzbühel-Tourismus-Präsidentin Signe Reisch selbst um die Gäste © Kitzbühel Tourismus
Im „Kitzbühel-House“ kümmerte sich Kitzbühel-Tourismus-Präsidentin Signe Reisch selbst um die Gäste © Kitzbühel Tourismus

 

Der wichtigste Abend steht bevor

Mit dem Carven war nach der Mittagspause aber für viele Schluss, denn die Lectures im Kongresszentrum riefen. Während die strebsamen Teilnehmer ihren Horizont in Vorträgen wie „New Croatian Ski School – New Teaching and Technique“ oder „Instructors perspectives on challenges facing snowboarding“ erweiterten, ging es für die Kitzbühel-Delegation wieder ins Hotel. Der wichtigste Abend der Woche stand bevor und letzte Vorbereitungen waren zu treffen. Um 18 Uhr war es schließlich soweit: Kitzbühel präsentierte seine Bewerbung als Host-City für die Interski 2023 vor einem voll besetzten Auditorium. Rund zwanzig Minuten lang wurden die Vorzüge und das Konzept vorgetragen, mit einem bewegenden Video als krönenden Abschluss. Kitzbühels einziger Konkurrent, das finnische Levi, setzte im Anschluss auf eine deutlich nonchalantere Art der Bewerbung. Applaus war beiden Kandidaten sicher, aber bis zum Wahlgang der 35 Stimmberechtigten am Donnerstagabend bleibt das Rennen spannend.

Umso entspannender war der anschließende große Kitzbühel-Abend mit Schmankerl aus der Tiroler Küche. Wer nach den beiden Präsentationen noch Zweifel hatte, tendiert wahrscheinlich spätestens seit dem Abendessen zu Kitzbühel. Denn Haubenkoch Andreas Wahrstätter zauberte ein köstliches 4-Gänge-Menü, das so manchen Unentschlossenen um den kulinarischen Finger wickelte. Und wer ein paar Topfenknödel zu viel verspeist hat, verlor die überschüssigen Kalorien bei der Party danach. Zumindest sofern den zünftigen Klängen des Tyrol Music Projects tanzend gelauscht wurde.

Christoph Burger bei der Präsentation der Kitzbühel-Bewerbung © alpinguin
Christoph Burger bei der Präsentation der Kitzbühel-Bewerbung © alpinguin

 

Unsere Erlebnisse vom Ankunftstag lest ihr hier

 

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