Signe Reisch gratuliert Timo Welsby zur Vergaben der Interski 2023 an Levi © alpingiun
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22|Mrz Kitzbühel in Pamporovo: Das Finale

Alle vier Jahre ruft die Interski Skilehrer aus aller Welt zusammen. Derzeit findet der Kongress im bulgarischen Pamporovo statt. Mit einer rund 30-köpfigen Delegation aus Kitzbühel machten wir uns auf den Weg in den kleinen Wintersportort in den Rhodopen. Nicht nur, um hier den perfekten Schwung zu lernen. Kitzbühel bewirbt sich um die Austragung der nächsten Interski im Jahr 2023. Ein Tagebuch.

Tag 4 – Donnerstag, 21. März 2019

So erfreulich die Woche in Pamporovo seit unserer Ankunft auch gewesen ist, der Donnerstag hatte gleich mehrere Enttäuschungen parat. So hielt sich etwa seit Tagen unter vielen Interski-Besuchern das Gerücht, Felix Neureuther stieße zum Skilehrer-Kongress und hält einen Vortrag zum Thema „Kids on Snow“. Immerhin stand im Programm ganz eindeutig „with Felix Neureuther“. Als wir einen Skiästheten aus dem deutschen Demo-Team fragten, ob der jüngst zurückgetretene Weltcup-Haudegen schon angereist ist, ließ die Desillusionierung nicht lange auf sich warten. Die Theorien des Slalom-Stars zur Skipädagogik für Kinder nannten sich stets „von Felix Neureuther“ – bis sein Verlag auf die findige, aber durchaus irritierende Idee gekommen sei, sie „with Felix Neureuther“ zu nennen: „Seither müssen wir immer erklären, dass Felix selbst nicht vorträgt und ,nur’ seine Ideen präsentiert werden“, sagte uns ein Landsmann Neureuthers sichtlich genervt.

Auf andere Gedanken brachte uns aber schnell der nächste und letzte Nostalgie-Lift, den wir auf den Pisten Pamporovos entdeckt haben. Der besagte Tellerlift ist dermaßen einzigartig, dass fast keiner der Besucher losfährt, ohne zuvor ein Video und/oder ein Foto zu machen. So gibt es etwa eine vorsintflutliche Ampel beim Einstieg, die aber keinerlei Sicherheitsgefühl vermittelt, und erschreckend ruppige Teller, die sich zudem nur dann auf das Seil einhängen, wenn ein Skifahrer kommt  – andernfalls zieht nur das Seil allein seine Runden. Aber: Er fährt und das offensichtlich seit Jahrzehnten.

Ein Tellerlift zum Staunen © alpinguin
Ein Tellerlift zum Staunen © alpinguin

 

Die Interski 2023 geht an …

Zurück im Tal zeigte sich zu Mittag am „Kitzbühel-House“ das gleiche Bild wie jeden Tag: Alle standen Schlange für Andi Wahrstätters Suppe, Kaiserschmarren und Tiroler Brotzeit. Diesmal auch unsere Mitbewerber aus Levi, die wenige Stunden später unsere Wege wieder kreuzen würden. Als Nachtisch stand für Weltcup-Insider eine Portion „Aus-den-Wolken-Fallen“ auf dem emotionalen Speiseplan, denn plötzlich saß nun doch ein kleiner Slalom-Star auf der Terrasse des „Kitzbühel-House“: Albert Popov gab sich die Ehre und besuchte die Interski in seiner Heimat. Der Stern des 21-Jährigen aus Sofia ging erst Ende Jänner just am Ganslernhang in Kitzbühel auf, als er mit Startnummer 71 auf Platz 9 fuhr. Im Zielgelände des Skilehrer-Kongresses saß er nicht nur gemütlich beim Kaffee, er kam auch jedem Selfie-Wunsch freundlich nach.

Freundlich und hoffnungsvoll waren unsere Gesichter auch am Abend – zumindest bis 19.43 Uhr. Da verkündete Erich Melmer, seines Zeichens Präsident von Interski International, wo der nächste Kongress stattfinden werde. Und nach sehr langem dramaturgischen Verzögern teilte der Vorarlberger endlich, aber leider mit: „Wir werden den nächsten Kongress 2023 in Levi abhalten.“ Die nachhaltige, professionelle und sehr herzliche Bewerbung Kitzbühels trug demnach keine Früchte bzw. zu wenige, aber die Delegation aus der Gamsstadt nahm die Entscheidung sportlich: „Es sind zwei zur Wahl angetreten und es kann nur einer gewinnen – in dem Fall war es Levi. Es war ihre dritte Bewerbung und wir wünschen ihnen alles Gute für die Interski 2023“, sagte Kitzbühels Tourismuspräsidentin Signe Reisch und gratulierte dem Delegationsleiter aus Finnland. Kitzbühel mag nicht den Zuschlag für die Interski 2023 bekommen haben, aber in dieser Woche hat man sich in Pamporovo und in Skilehrer-Szene viele Freunde gemacht. Und allein das ist auch ein Gewinn.

Der Moment der Entscheidung © alpingiun
Der Moment der Entscheidung © alpingiun

 

Freitagfrüh tritt die Delegation wieder die Heimreise an und somit ist das unser letzter Tagebucheintrag aus Pamporovo. Liebe Leser, vielen Dank fürs Mitfiebern und Daumen drücken!

Mehr aus Pamporovo: Tag 1, Tag 2, Tag 3.

 

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