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12|Nov KITZBÜHEL. Der neue Bildband von Markus Mitterer.

Eine fotografische Hommage an die Gamsstadt und ihre Menschen. KITZBÜHEL. Der neue Bildband von Markus Mitterer. Echt einheimisch – so haben Sie Kitzbühel garantiert noch nicht gesehen!

Am 1. Dezember 2018 ist es soweit. Nach den Erfolgstiteln „WILDER KAISER“ und „Die Kitzbüheler Alpen.“ erscheint nach fünfjähriger Schaffenszeit der neue, mit Spannung erwartete Bildband von Markus Mitterer. „KITZBÜHEL“ heißt das fotografische Meisterwerk, das auf knapp 300 großformatigen Seiten neben bekannten Motiven sehr persönliche, erfrischend
andere sowie oft überraschende Ein- und Ausblicke bietet. Dabei hat der Kitzbüheler Fotograf seinen Heimvorteil voll ausgespielt.

Markus Mitterer – Fotograf und Buchautor

 

Er kennt die schönsten Ecken und Winkel

Vor allem aber kennt er die Menschen, die hier leben und die Gamsstadt prägen. Die so entstandenen Fotografien führen durchs Jahr und geben dem legendären Ort von Weltruf ein unverwechselbares Gesicht. Diese Hommage ist ein Muss für alle, die Kitzbühel lieben oder sich noch verlieben möchten.

Wir dürfen nun etwas mehr über Markus Mitterer und sein Buchprojekt erfahren. Vielen Dank Markus, dass Du Dir die Zeit nimmst, unsere Fragen zu beantworten.

©Markus Mitterer – auch ein Lieblingsplatz – der Schwarzsee

 

Wie kamst Du auf die Idee, ein so aufwendiges Buchprojekt zu verwirklichen?

Es gibt gewisse Dinge, die muss man einfach tun. Für mich war und ist dieses Thema eine Herzensangelegenheit – geht es doch um meine Heimatstadt. Schon lange beobachte und verfolge ich Buch-Publikationen über Kitzbühel. Der Ort ist viel mehr als Hahnenkamm-Rennen, Schön und Reich, weit überhöhte Immobilienpreise und all die damit verbundenen, gut gepflegten Klischees. Aus meiner fotografischen Sicht hat ein echter, kompromisslos schöner Bildband bislang gefehlt. Dieses Werk ist für mich mehr als ein Fotobuch. In ihm steckt viel Herzblut, Leidenschaft und es kommt von innen – aus der Sicht eines Einheimischen.

So sieht es aus – das Cover vom Kitzbühel Buch ©MarkusMitterer

 

Was verstehst Du unter „kompromisslos schön“?

Ich meine damit, dass für mich einfach alles zu 100% passen muss – von den Fotografien über die Texte bis hin zur Gestaltung. Ein Beispiel: Bei den Landschaftsaufnahmen müssen die Licht- und Wetterbedingungen perfekt sein – speziell bei Panoramaaufnahmen eine große Herausforderung, braucht es dafür doch besondere Fernsichttage, von denen es nur ganz wenige im Jahr gibt.

Das funktioniert natürlich nur, wenn man viel Zeit investiert, sich mit der Natur beschäftigt und hier zu Hause ist, um auch spontan reagieren zu können. Auch muss die technische, handwerkliche Qualität der Bilder passen. Dieser hohe Anspruch gilt für mich auch für Textinhalte, Typografie und Gestaltung. Ein kleines Beispiel: Mir ist wichtig, dass man im gesamten Bildband keine Worttrennungen findet und dass die Textzeilen schön laufen.

Was waren die größten Herausforderungen im Vergleich zu den vorangegangen Büchern?

Aus der Fülle an interessanten und spannenden Themen auszuwählen. Dadurch, dass ich hier daheim bin, fällt mir von vorne herein schon viel mehr ein. Eine große Herausforderung war auch, dass die fast 300 Seiten des Bildbandes abwechslungsreich bleiben, denn die lohnenden Motive erschöpfen sich natürlich irgendwann auf so kleinem Gebiet. Umso wichtiger sind die vielen Menschenbilder, die das Buch bunt machen und auflockern. Und natürlich die Jahreszeiten, die bestimmte Motive oft in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen.

©MarkusMitterer – ein ungewöhnlicher Blick auf die Kitzbüheler Innenstadt

 

Gab es einen strikten Produktionsplan oder musstest Du hin und wieder auch Kompromisse eingehen?

Am Anfang stehen immer die Landschafts- und Panoramaaufnahmen. Denn diese brauchen die meiste Zeit und oft mehrere Anläufe, bis sie perfekt sind. Parallel dazu recherchiere ich meine Porträtaufnahmen und nehme erste Kontakte auf. So wird das Konzept im Laufe der Jahre immer schärfer und konkreter. Vieles ergibt sich auch erst aus der Arbeit. Und ja, gewisse Ideen musste ich auch verwerfen, wenn zum Beispiel bestimmte Personen nicht vor die Kamera möchten.
Das ist mir übrigens bei diesem Buch das erste Mal passiert. Kitzbühel ist anders.

Was waren die zeitaufwendigsten, schwierigsten Bilder?

Alle Tieraufnahmen. Zum Beispiel habe ich mir dem Buchthema entsprechend eine echte Kitzbüheler Gams auf Gemeindegebiet eingebildet. Da weiß man im Vorhinein nie genau, was man bekommt und wenn man´s bekommt, ob das Tier dann auch noch an richtigen Motivstelle posiert. Zum Glück hat´s funktioniert. Besonders stolz bin ich auf den jungen Rotfuchs und den an Land fressenden Biber.

©Markus Mitterer – die „hölzerne“ Gams mit der Kamera erwischt 🙂

 

Welche überraschend anderen Motive und ungewöhnlichen Perspektiven findet man im Buch?

Sehr viele – das ist ja auch eine der Grundideen. Spontan fallen mir etwa ein: Die Stadtansicht vom Baukran, der Blick in den Lebenberg-Käsekeller, die Öl-Pipeline im Hahnenkamm, die Siegesfahrt auf der Streif, der Schwarzsee von oben…oder die Kirchenaufnahme durchs Himmelloch während der Christmette – das war besonders aufregend.

Beschreibe in einem Satz dein Kitzbühel?

Mein Kitzbühel ist eine enorm spannende Mischung aus Einheimischen, Zuagroasten und Gästen.

©Markus Mitterer – ein ganz besonderes Bild – ist an einem Silvester Abend entstanden

 

Wie hat es sich angefühlt, als Du den fertigen Bildband das erste Mal in Händen gehalten hast?

Das ist ein unbeschreiblich schönes und emotionales Gefühl, die Geburt eines Traums – eine Mischung aus Durchatmen, Stolz und Dankbarkeit. Und das nach fünf Jahren Recherche, Planung, Wetterbericht, tiefsinnigen Gesprächen und Begegnungen…manchmal auch mit Selbstzweifel verbunden, aber nie das große Ziel vor Augen verlierend. Ich hoffe, dass ich mit meiner Begeisterung möglichst viele Menschen anstecken kann.

©Markus Mitterer – ein wunderschönes Winterbild

 

Kannst Du uns sagen, wie viele Bilder während der letzten 5 Jahre entstanden sind und wie viele es tatsächlich ins Buch geschafft haben?

In den Bildband haben es 227 Fotografien geschafft. Die Vorauswahl fürs Buch umfasst rund 2.500 Bilder, produziert habe ich erheblich mehr, gezählt habe ich sie allerdings nicht. Auf jeden Fall kann ich jetzt für zukünftige Projekte aus einem umfangreichen, qualitativ hochwertigen Kitzbühel-Archiv schöpfen.

Wie hast Du die Menschen für Deine Porträtaufnahmen ausgewählt?

Die Porträtauswahl sollte möglichst bunt sein und sie musste sich am Ende ins Buchkonzept, den Jahresablauf, perfekt einfügen lassen. Es gibt so viele spannende Kitzbüheler Lebensgeschichten. Von diesen zu erfahren braucht Neugier und unzählige Gespräche – auch vor dem eigentlichen Fototermin, damit sich die Menschen auf meine Arbeit möglichst entspannt einlassen können.
An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich für das entgegengebrachte Vertrauen bedanken – und die vielen zwischenmenschlichen Erfahrungen, die wertvollen Begegnungen mit Land und Leuten.

©Markus Mitterer – Persönlichkeiten ganz persönlich

 

Wenn man hier aufgewachsen ist, hat man sicherlich auch Vorurteile. Wie bist Du damit umgegangen?

Ja, das war sicherlich ein wichtiger Punkt, möglichst unvoreingenommen und neutral ans Werk zu gehen. Ich habe mir immer wieder gesagt: Es geht um die Sache, den Kitzbühel-Bildband, meinen 5-Jahres-Traum, und nicht um persönliche Befindlichkeiten.

Wie hast Du Deinen Bildband inhaltlich gegliedert?

Zum ersten Mal habe ich ein Buch chronologisch aufgebaut – ich führe den Betrachter mit meinen Bildern sozusagen durchs Jahr. Freilich sind die Aufnahmen über mehrere Jahre entstanden, damit ich für jeden Zeitpunkt das bestmögliche Bild auswählen konnte.

©Markus Mitterer – die Tradition ist in Kitzbühel ganz wichtig

 

Wie sieht so ein Tag aus, an dem Du Dir vornimmst, am Buch zu arbeiten?

Diesen einen Tag gibt es nicht – die Bucharbeit ist so vielfältig. Da gibt es Erkundungstouren, Recherchen, Interviews und Gespräche, Fotoproduktionen, Bildbearbeitungen, Texte schreiben, Gestaltungsarbeiten und vieles mehr. Und es gab auch viele Tage, an denen ich mir gar nicht vorgenommen habe, am Buch zu arbeiten und plötzlich war ich durch bestimmte Begegnungen
oder Beobachtungen wieder voll im Thema. Das passiert eben, wenn man an nichts anderes denkt.

©Markus Mitterer – Kitzbüheler Urgestein

 

Zum Abschluss, was ist Dein Lieblingsplatz in Kitzbühel?

Das ist schwierig, weil es für mich nicht den einen Lieblingsplatz gibt – es gibt so viele schöne Platzerl. Wenn ich eine Auswahl treffen müsste, dann vielleicht im Frühling die Obstbaumallee zu Unterbrunn, im Sommer der Seidlalmsee, im Herbst der wilde Osten Kitzbühels rund um den Karstein und im Winter das Bichlalmgebiet. Oder anders ausgedrückt: Hauptsache irgendwo oben und runterschauen.

Vielen Dank, Markus, fürs Gespräch!

©Markus Mitterer – auch ein Lieblingsplatz von Markus Mitterer

 

Hier noch die Zahlen & Fakten zum Bildband „KITZBÜHEL“

Buchformat 30 x 30 cm, 288 Seiten, 227 Fotografien (Farbe), Hardcover, gerader Rücken, Fadenheftung, Schutzumschlag (Mattcellophanierung plus Relieflack), ISBN 978-3-9503886-6-4,
Gerne hier -> Infos und Bestellungen, ab 01.12.  bei Kitzbühel Tourismus und im regionalen Buchhandel in D & E erhältlich.

Kurzbiografie

Markus Mitterer, 1970 geboren, hat den Fotografenberuf von der Pike auf gelernt. Nach Lehrausbildung und Praxisjahren in Deutschland folgten 1996 die Meisterprüfung in Innsbruck
und 1998 die Selbstständigkeit. Neben Kundenaufträgen beschäftigt er sich thematisch vor allem
mit seiner Heimat. Seit 2002 gestaltet er Kalender, 2006 und 2012 sind die Bildbände „WILDER KAISER“ und „Die Kitzbüheler Alpen.“ erschienen. Seine Fotografien bietet er auch als großformatige Wandbilder an. Markus Mitterer lebt und arbeitet mit eigenem Studio in Kitzbühel.

 

 

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