Aus der Kategorie Leben in Kitzbühel

23|Mai Kaum einer haut so in die Tasten wie Boogie Wolf.

Boogie Wolf schon oft gehört nur wer steckt dahinter? Christoph „Stoffi“ Steinbach ist ein echtes Christkind, geboren am 24.12.1977 in Kitzbühel und seit frühester Kindheit musikbegeistert. 

Schon als 3jähriger stellte Christoph sich sein Schlagzeug aus Kochtöpfen zusammen, nicht immer zur Freude seiner Eltern. Sein Gefühl für den richtigen Takt erkannte seine Oma. Mit 4 Jahren durfte er auf ihrem Piano „spielen“. Mit knapp 5 Jahren begannen die Klavierstunden, von diesen Zeitpunkt an wurde das Piano „Stoffis“ bester Freund.

Daheim wurde regelmäßig musiziert

Boogie Woogie – Faszination pur 

Boogie Woogie faszinierte Christoph schon in ganz jungen Jahren. Durch Zufall hörte er die Musik von Vince Weber, seinem großen Idol und Lehrer. Die ersten Boogie Woogie Kassetten und Platten folgten und wurden auf und ab gespielt. Üben, üben und nochmals üben, die Devise von Christoph. Sitzend am Klavier, hinhören und probieren, so begann seine Karriere. Natürlich auch immer mit großer Unterstützung seiner Eltern.

„Stoffi“ mit Vince Weber – seinem Idol und Lehrer

Bis zu seinem 11. Lebensjahr hat Christoph zusätzlich noch Kontrabass, Knopfziehhamonika sowie Schlagzeug gelernt. Später kam dann noch Saxophon dazu. Mit 12 Jahren war er Bassist einer 9-köpfigen Dixieland Band. In den Pausen gab es dann hin und wieder Boogie Woogie Einlagen. Einfach so zum Spaß. 

Aus Spaß wurde Ernst 

Was mit Üben, üben und nochmals üben begann wurde immer besser bezahlt. Ein fixes Boogie Woogie Duo wurde gegründet, Klavier und Schlagzeug. Gespielt wurde in jeder Bar wo genügend Platz war, ohne Programm. Mit viel Leidenschaft und Freude zur Musik.

Christoph hochkonzentriert beim Schülerkonzert

 

Der Weg zum Musiker war klar

Nach der abgeschlossenen Lehre als Einzelhandelskaufmann war der Weg für Christoph klar, vom Kaufmann zum Musiker. Jetzt war Professionalität gefragt, üben, üben, üben…teilweise bis zu 8 Stunden täglich. Boogie Woogie Konzerte geben und selbst besuchen. Musste sein! Sich ständig weiterentwickeln, war unumgänglich. Bis heute als erfolgreicher Musiker ist Stoffi immer am Planen und Ideen sammeln.

Wir wollten mehr wisse und haben Christoph ein paar Fragen zu seiner Musikkarriere und zu seiner Sammelleidenschaft zu Flipper  gefragt. 

Eine weitere Leidenschaft von Christoph – seine liebevoll restaurieren Flipper

Lieber Stoffi, ganz schön beachtlich, was du dir in deinen jungen Jahren musikalisch geschaffen hast. Wie war deine erste Begegnung mit Boogie Woogie als Kind? Wie kam es dazu?

Den ersten Boogie hatte mir mein Cousin gezeigt (mit ca. 7 Jahren).
Er kam ab und zu aus Wien zu Besuch und spielte selbst für einen
Hobby Pianisten sehr gut Ragtime und Boogie Woogie.
Dann bekam ich von einer Freundin meiner Mutter die erste Axel Zwingenberger Platte. Zeitgleich fand ich eine Kassette von Vince Weber im Zimmer meiner Schwester. Von diesem Zeitpunkt an spielte ich stundenlang zu den Tonträgern.

Christoph bei seinem 1. Auftritt – damals mit einer Gage von 200,00 Schilling

Boogie Woogie ist viel Improvisation oder wird nach Noten gespielt?

Es gibt schon Noten – aber eher in der Liga der Einsteiger.
Manche Pianisten haben sich die Mühe gemacht, ein paar Stücke auf Noten zu übertragen. Aber im Grunde lebt diese Art von Musik von der Improvisation und Spontanität. Jedes Stück ist jedesmal anders. Wie die momentane Situation eben gerade ist und wie man sich gerade fühlt: Traurig, lustig, verrückt…..
Mozart oder List haben sicherlich nicht immer die gleiche Version ihrer Stücke gespielt. Sie wurden eben einmal niedergeschrieben. Und jetzt „muss“ man sie so spielen.

Stoffi brav in der Musikschule

Kannst du dich noch an deinen allerersten Auftritt vor Publikum erinnern?

Es war für die Jungbürgerfeier in der Handelskammer.  Meine Gage damals, 200 Schilling. Ich hatte ja nie gedacht, dass man mit Spaß Geld verdienen kann. Aber fürs Geld mache ich es bis heute nicht – obwohl man es braucht.  🙂

Du bist ja schon mit den besten Musikern auf der Bühne gestanden, gibt’s da ein ganz besonderes Erlebnis, welches du erzählen magst?

Das erste größere Erlebnis war der Start der 3 Tourneen im Duo mit Eric Burdon (The Animals). Ich wurde aus einem blinden Casting (von dem ich nichts wusste) ausgewählt. Dann flog ich nach Hannover wo wir ca. 3 Stunden nach dem ersten Treffen das erste Konzert hatten. 30 Minuten Proben und ab auf die Bühne.
Das war schon beeindruckend – wenn du als Pianist von Eric Burdon von TV Sendern gefilmt wirst, wenn du dir noch schnell ein Bier an der Bar holst.  🙂

Christoph on Stage mit Mungo Jerry , sein größter Hit „In the Summertime“1970

Deine Leidenschaft zum Boogie Woogie ist ja nicht deine einzige Leidenschaft. Oldtimer Autos und Flipperautomaten haben es dir angetan. Bleibt da überhaupt Zeit dafür?

Ja das hängt irgendwie zusammen. Die Zeit des Boogies (1930 – 1960) und Autos, Jukeboxen, Flipper,… Ich habe mir vor Jahren gedacht ein Oldtimer, eine Jukebox und ein Flipper müssten schon sein. Dann kamen eben immer mehr dazu. Als Abwechslung zur Musik bzw. Berufsmusik lernte ich mir die Restauration von alten Automaten an. Macht richtig Spaß aus etwas „grauslichem“, kaputten, etwas Schönes zu machen. Jetzt sind es mittlerweile sehr viele Geräte geworden. Deshalb habe ich mich entschlossen ein Museum zu machen. 

Boogie Wolf bei seinen Anfängen

Was hört Christoph Steinbach wenn er nicht Boogie Woogie hört, gibt es hier auch ein paar Lieblingsmusiker?

Aus dem Blues sind ja so einige Musikrichtungen entstanden.
Und viele Musiker kommen aus dem Bereich Blues.
Wenn man versteht, warum diese Musiker so Musik machen, wie sie es eben tun, findet man sie einfach nur genial: Steven Taylor (Aerosmith), Billie Joel, Randy Newman, Helge Schneider, …
Und dann natürlich die Großmeister der Szene: Oscar Peterson, Dean Martin, Sammy Davis Jr, Bing Crosby, Count Basie, Ray Chales,…

Ganz aktuell – Boogie Wolf Christoph Steinbach

Wie sieht so ein typischer Tag von Stoffi aus wenn er nicht gerade auf Tournee ist?

Im Moment restauriere ich Flipper, organisiere meine Konzerte und Flüge und mache zum Ausgleich Sport.    

Kannst du uns zu deinen Projekten etwas sagen? Was tut sich musikalisch bei dir in der nächsten Zeit?

Ich habe sehr viele Anfragen für Konzerte und Künstlerische Leitungen für Festivals, die ich leider nicht alle wahrnehmen kann – bzw. will. Denn organisatorisch gesehen ist die Musikszene schon
sehr – naja wie soll ich sagen – unfair und sehr anstrengend…um in jugendfreier Wortwahl zu bleiben. Als Künstler selbst hat man ja die ganzen organisatorischen Sorgen nicht. Die Auftritte reichen weit über Tirols Grenzen hinaus: Frankreich, Polen, Ungarn, China, Bahamas,…

Boogie Wolf ganz in seinem Element

Was kannst du jungen Musikern für ihren Weg mitgeben ?

Im Grunde muss jeder selbst wissen wie er es angeht, bzw. was im am besten liegt. Das wichtigste ist, dass man sich nicht von den falschen Leuten beeinflussen bzw. reinreden lässt. Ist natürlich im Nachhinein immer leichter zu sagen.  Aber das wichtigste ist (musikalisch gesehen) dass man bewusst spielt. Spüre den Groove und den Rhythmus, dann geht es von selbst. 🙂

Mit welchem lebenden Musiker würdest du mal gerne zusammen auf der Bühne stehen?

Ich bin schon mit so vielen Musikern auf der Bühne gestanden…da bin ich schon über meine Wünsche hinaus: Eric Burdon, Chris Thompson, Chris Barber,Mungo Jerry, Pete York, T-Rex, Chris Farlowe, Chris Andrews, Gus Backus,…aber Steven Taylor oder Mick Jagger wären schon noch cool. Wird sich schon einmal ergeben. 🙂 

„Boogie Wolf“ Christoph „Stoffi“ Steinbach mit Eric Burdon on Tour

Lieben Dank Stoffi für deine Zeit mehr von dir zu erfahren. Weiterhin viel Erfolg und noch zahlreiche unvergessliche Auftritte für dich! Wir schließen mit einem Zitat von Boogie Wolf Christoph „Stoffi“ Steinbach: „Der Boogie ist das BESTE was der Welt passieren konnte und die Finger sind das BESTE  was mir passieren konnte!“

 

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