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23|Jul Abtauchen im Wald: Das Waldbaden als Gesundheitsvorsorge

Der Wald tut uns gut. Was es mit dem aktuellen Trend des „Waldbadens“ auf sich hat und was der Biophilia-Effekt ist bzw. wo man in Kitzbühel ausgedehnte Waldspaziergänge machen kann, könnt ihr hier nachlesen.

 

Der Wald – ein idealer Ort um seine Energie wieder aufzuladen

Die Waldatmosphäre spüren

Fast die Hälfte von Kitzbühel ist mit Wäldern bedeckt. Die Vielfalt an unterschiedlichen Baumarten ist groß und verleitet sich einmal bewusst in unsere heimischen Wälder zu begeben. Fichten, Kiefern, Tannen: Wann seid ihr das letzte Mal im Wald gewesen und habt die typischen Geräusche und Gerüche des Waldes wahrgenommen? Ich war am vergangenen Wochenende bei einem Waldbaden-Seminar mit Clemens Arvay um mehr über dieses Thema und die positive Wirkung des Waldes auf unsere Gesundheit herauszufinden.

Am liebsten einfach losgehen!

Gesundheitsvorsorge im Wald

Man merkt es ganz genau: Im Wald relativiert sich alles. In Windeseile findet man zur Entspannung. Die Vögel zwitschern, die Natur schimmert in ihren grün und braunen Naturfarben und die eigenen Schritte werden plötzlich achtsamer. Puls und Herzschlag werden ruhig und negative Gedanken verschwinden. Diese Phänomene, die wir als positive Wirkung des Waldes wahrnehmen, beschreiben die Japaner als „Shinrin yoku“.

In Japan zählt das „Waldbaden“ längst zur ganzheitlichen staatlichen Gesundheitsvorsorge. In den Wald zu gehen, die Natur auf sich wirken zu lassen, die Gedanken schweifen zu lassen und die Ruhe und Unaufgeregtheit der Natur zu genießen – das ist in Zeiten der ständigen Erreichbarkeit der wahre Luxus.

Herrliche Entspannung im Kraftort „Wald“

Der Wald als Kraftort

Von der positiven Wirkung des Waldes weiß auch unser Bergführer Engelbert zu berichten: „Der Wald ist seit jeher ein magischer Ort, ein Kraftort, ein Ort an dem man sich zurückziehen kann.“

„Immer wenn ich mit einer Wandergruppe in den Wald gehe und wir für eine Rast stehen bleiben, merkt man, wie sich die Gruppe entspannt und alle den Kopf frei bekommen!“ Und er hat auch noch gleich einen Tipp für einen besonderen Waldspaziergang bei uns in Kitzbühel:

Direkt am Schwarzsee, im Bichlachgebiet lässt es sich wunderbar bei einem Spaziergang im Wald entspannen. Wer es sportlicher haben will, kann sich auch beim 1,5 km langen Fitnessparcour im Wald betätigen.  

Einfach mal die gute Waldluft einatmen

„Senlinyu“ als Ursprung des Waldbadens

Das Konzept, das auf die heilende bzw. gesundheitsfördernde Wirkung des Waldes setzt, ist in Japan seit vielen Jahren unter dem Begriff „Shinrin yoku“ bekannt. Eigentlich aber stammt das Waldbaden aus China. Dort wurden schon vor 2000 Jahren Qi Gong Übungen im Wald gemacht, um das Qi des Waldes in sich aufzunehmen. Dort ist das Waldbaden unter dem Begriff „senlinyu“ bekannt und kann als der Ursprung des Waldbadens bezeichnet werden. Atem-Übungen in Verbindung mit Qi Gong sollen eine harmonische Verbindung zwischen Körper, Geist und Wald herstellen.

Über Stock und Stein

Der Biophilia-Effekt

Aber auch in unserer westlichen Welt interessieren sich immer mehr Menschen für die heilende Kraft des Waldes. Mit diesem Thema beschäftigt sich seit vielen Jahren der Biologe Clemens Arvay. Er beschreibt in seinem Buch „Der Biophilia-Effekt“ mit wissenschaftlich belegten Studien die positive Wirkung des Waldes und erklärte uns warum das „Waldbaden“ überhaupt wirkt.

„Im Wald kommunizieren Pflanzen untereinander. Sie schütten chemische Verbindungen aus, sogenannte Terpene, und geben sie an die Luft ab. So warnen sie andere Pflanzen vor Angreifern oder Schädlingen, die daraufhin ihr Immunsystem hochfahren, um sich zu schützen.“  Clemens Arvay, Biologe und Autor

Forscher der Nippon Medical School in Tokio haben zudem herausgefunden, dass Menschen diese Signale auch empfangen und unser Immunsystem dadurch aktiviert wird.

Den Hahnenkamm mal nicht über die Streif bergauf

Was wir im Alltag selbst tun können!

Waldbaden entfaltet seine gesundheitsförderliche Wirkung auch ohne fernöstliche Techniken. Deshalb sollte man so oft es geht in einen Wald gehen. Besonders intensiv kann man die positive Wirkung der Terpene neben Kiefern wie der Rotföhre oder Tannen wahrnehmen.

Auch im Winter hat der Wald seinen Reiz – hier beim Schneeschuhwandern

Der Wald schenkt uns innere Ruhe

Probiert es aus! Kaum etwas eignet sich so gut zum Abschalten und Auftanken wie ein Spaziergang im Wald. Waldbaden stärkt das Immunsystem, reduziert Stress, kann bei Atemproblemen, Bluthochdruck, Diabetes, Herzerkrankungen etc. helfen.

Die Waldatmosphäre mit Vogelgezwitscher und dem Plätschern eines Wasserfalls aktiviert auch den Parasympatikus, den sogenannten Ruhenerv. Er ist für Stoffwechsel, Erholung und den Aufbau körpereigener Reserven verantwortlich. Im Wald sorgt er also dafür, dass die Stresshormone zurückgefahren werden und der Blutdruck sinkt.

 

 

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